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Hat mein Kind eine Legasthenie?

Dr. Ilona Löffler und Dr. Ursula Meyer-Schepers

In Mathematik ist Ihr Kind ganz gut. Was ist nur mit ihm in Deutsch los? Es liest äußerst ungern und Sie müssen es immer wieder zum Lesen anhalten. Wenn es schreibt, dann finden Sie falsche Wörter wieder, die es gestern richtig geschrieben hatte. Letzte Woche hat die Lehrerin wieder angerufen: "Uli macht im Unterricht nicht mehr mit. Er konzentriert sich einfach nicht genug."


 

 

Halo Mom,
binn mit Andi zum fusballschpilen.
Ich kome zum Abentesen zurüg.
Grüse Uli

Welche Gefühle stellen sich bei Ihnen ein, wenn Sie diese Notiz von Uli lesen und wissen, dass es sich um einen 9-jährigen Jungen handelt?

Eltern haben nach unserer Erfahrung ein gutes und sicheres Gespür, wenn bei ihrem Kind "etwas nicht stimmt". Sie kennen schließlich ihr Kind am besten und kennen es umfassend. Sie können deshalb auch Vergleiche ziehen wie es sich bei anderen Aktivitäten verhält: "Er stellt sich doch sonst nicht so an!"

Wir hatten für eine Fortbildung der Akademie für ärztliche Fortbildung im November 2001 eine statistische Erhebung bei 403 Kindern des gutschrift|Instituts durchgeführt (Löffler, Meyer-Schepers, 2001). Die Eltern hatten zu 83 Prozent bei ihrem Kind in den ersten beiden Klassen deutliche Lernschwierigkeiten im Lesen und/oder Schreiben bemerkt (52 Prozent bereits in der 1. Klasse und 31 Prozent in der 2. Klasse). Allerdings hatten sie sich selbst beruhigt oder beruhigen lassen, dass alles noch "normal" verläuft und sich die die Probleme "auswachsen" würden.


Woran erkennt man eine Legasthenie?

Zunächst ist es wichtig festzuhalten, dass Kinder verschieden sind und natürlich unterschiedlich lernen. Das eine Kind lernt langsamer und hat mehr Mühe mit dem Lesen und Schreiben, das andere lernt leichter und schneller. Jedes Kind, das mit dem Erlernen des Lesens und Schreibens beginnt, macht Fehler. Das gehört dazu, wenn man Dinge erst lernt. Dann verringern sich die Fehler. Das Kind macht Lernfortschritte, je länger der Lernprozess dauert und je länger das Lesen und Schreiben eingeübt wird. Eltern brauchen sich also nicht sofort Sorgen zu machen, wenn sich Lernerfolge nicht schneller einstellen als sie sie erwarten.

Der Lernprozess von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwächen unterscheidet sich jedoch von einem solchen normalen Lernverlauf durch das Ausmaß und die Beharrlichkeit der Probleme, die dem Kind das Erlernen des Schreibens oder Lesens bereiten.

  • Die Fehleranzahl im Schreiben ist es, die Eltern zunächst auffallen wird
  • dasselbe Wort wird heute richtig und morgen wieder falsch geschrieben
  • manches schwere Wort wird richtig, hingegen leichte werden unverständlicherweise falsch geschrieben
  • trotz Übens vermindert sich die Fehlermenge nicht und im Diktat am nächsten Tag ist wieder so viel falsch
  • es kommt nicht zu stabilen Fortschritten.
  • Suchen Sie nicht nach sog. legasthenietypischen Fehlern. Die gibt es nicht. Diese Ansicht ist eine der großen Irrtümer zur Lese-Rechtschreibschwäche.
SymptomListe_180.jpgDie Symptome, die Fachleute bei der Diagnose einer Lese-Rechtschreibschwäche u.a. mit berücksichtigen, sind in der von uns entwickelten Checkliste aufgeführt. Mit ihrer Hilfe können Sie in Ruhe zu Hause überprüfen, wie viele der genannten Merkmale für Ihr Kind zutreffen. Es müssen schon mehrere Auffälligkeiten zutreffen.

Aber stellen Sie nicht selbst die Diagnose. Erst eine umfassende Untersuchung kann herausfinden, ob Ihre Sorgen begründet oder unbegründet sind.

Wenn Sie unseren Rat suchen, dann füllen Sie diese Liste aus und mailen sie uns zu. Wir werden die von Ihnen angekreuzten Auffälligkeiten analysieren und gewichten und Ihnen auf dieser Grundlage raten, was Sie tun sollen. Wenn Sie möchten, dann geben Sie uns auch Ihre Telefonnummer bekannt, damit wir Ihnen bei Bedarf noch einige Fragen stellen können.


 


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