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Leseschwächen früh beheben

Dr. Ilona Löffler

Eine Leseschwäche ist in unserer Gesellschaft eine besondere Belastung. Sowohl eine Vielzahl von Aktivitäten im Alltag als auch alle Lernprozesse in der Schule sind mit der Fähigkeit zum Lesen verbunden. Die Unfähigkeit zum Lesen belastet also den gesamten Alltag dieser Kinder. Die negativen Folgen für das Selbstwertgefühl und die Lernmotivation der Kinder sind bekannt.


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Die internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU-2001) hat gezeigt, dass 10 Prozent der Viertklässler über unzureichende Lesefertigkeiten verfügen.


Die normale Entwicklung der Lesefähigkeiten

  • Am Ende der zweiten Klasse sollten Kinder den Sinn aus altersentsprechenden Lesetexten verstehend erlesen.
  • Am Ende der vierten Grundschulklasse haben die Lesefähigkeiten den Stand des erwachsenen Durchschnittlesers erreicht. Ab diesem Zeitpunkt verbessert sich lediglich die Lesegeschwindigkeit und das Leseverständnis bei schwierigen Texten.

Wie groß ist der Rückstand im Leselernprozess?

Für den Leseanfänger ist die Fähigkeit des Worterlesens entscheidend. Wenn die Sicherheit und Schnelligkeit des Worterkennens nicht erreicht ist, ist das Verständnis auf Wort-, Satz- und Textebene behindert.

  1. Rückstand bis 2,5 Jahren:
    Die durchschnittliche Lesefähigkeit eines Schülers Ende der 1. Klasse ist nicht erreicht. Diese Kinder sind über die Anfänge des Lesenlernens nicht hinausgelangt.
    Das gutschrift|Institut hat die Erfahrung gemacht, dass schwache Leser am Ende der 4. Klasse so große Schwierigkeiten haben, wie sie bei dem Durchschnitt der Kinder zu Beginn der Leseentwicklung in der 1. Klasse zu beobachten sind.
  2. Rückstand bis 5 Jahren:
    Bis zum 15.Lebensjahr verdoppelt sich der Rückstand auf fünf Jahre. Auch am Ende der 8.Schulstufe lesen die schwächsten Leser etwa auf dem Niveau von Schülern Ende der 2. bzw. Anfang der 3.Klasse.

Sind Leseschwächen im normalen Unterricht zu beheben?

Die Chancen, solche Leseschwierigkeiten lediglich durch den Fortgang des Unterrichts zu beheben, sind gering, denn wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben:

  • Leseschwächen sind stabil:
    Der überwiegende Teil der Kinder, die am Ende der 1. Klasse bzw. zu Beginn der 2. Klasse Leseschwierigkeiten zeigten, waren am Ende der 4. Klasse Grundschule und mit 15 Jahren die schwächsten Leser.

Was hat ein mangelndes Lesetempo mit Leseschwäche zu tun?

Der Leserückstand lässt sich auch für ungeschulte Beobachter in der mangelnden Lesesicherheit und vor allem in der geringen Lesegeschwindigkeit beobachten. Eine hohe Fehlerquote tritt in der Regel noch hinzu.

  • Leseschwache Schülerinnen und Schüler lesen nur halb so schnell wie gute Leser. Dieser Sachverhalt gilt für alle Klassenstufen.
  • Eine mangelnde Lesegeschwindigkeit verweist auf die Anstrengung, die leseschwache Kinder aufbringen müssen. Dies ist bereits beim Erlesen kurzer Textstücke beobachtbar. Welche Anstrengung für sie das Lesen eines ganzen Buches bedeutet, ist von daher offenkundig.
  • Dies und daneben noch die hohe Fehleranfälligkeit ihres Lesens macht verständlich, dass das Lesen von vielen leseschwachen Schülern als anstrengend und frustrierend empfunden wird. Sie vermeiden zu lesen.

 


Mangelnde Übung im Lesenlernen hat einen großen Anteil daran, dass eine Leseschwäche aufrecht erhalten wird.

 

 


Leseschwächen können sich zu Rechtschreibschwächen entwickeln

Experten wissen, dass sich frühe Leseschwächen zu Rechtschreibschwächen ausweiten. Auch Fehlerkorrekturen können Kinder nicht vornehmen, wenn sie nicht lesen können, was sie geschrieben haben.

Leseschwächen, die nicht zu Rechtschreibschwächen führen, sind im deutschen Sprachgebiet äußerst selten anzutreffen. In der Grundschule treten Leseschwächen und Rechtschreibschwächen meistens gemeinsam auf. Damit sich Leseschwächen nicht zu Lernschwächen auswachsen, die auch den Lernprozess im Rechtschreiben umfassen, sollten Leseschwierigkeiten ernst genommen und so früh wie möglich behoben werden.


Woran liegt es, wenn ein Kind einfach nicht richtig lesen lernt?

Meistens hat das wenig mit Faulheit, also mangelnder Übung, oder Dummheit zu tun. Diese Kinder tun sich beim Lesenlernen schwer, obwohl sie normal intelligent und belastbar sind.

Ohne eine genaue testdiagnostische Abklärung im Einzelfall sind die Gründe nur schwer zu entdecken.


 

 



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Vor Jahren hat das gutschrift|Institut ein neues Konzept zur Überwindung der Leseschwäche entwickelt. Ausgangspunkt waren unsere Beobachtungen, dass es bei manchen leseschwachen Kindern wenig Sinn macht, ihre Lesefertigkeiten direkt an Wörtern, ganzen Sätzen oder gar Texten herausbilden zu wollen.

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