Leseschwächen sind nicht harmlosLeseschwächen können zu Rechtschreibschwächen führen. Gerade im deutschen Sprachraum sind Lesestörungen, die sich nicht zu Rechtschreibstörungen ausweiten, sehr selten. Leseschwächen müssen also früh behoben werden. Eltern sollten den Leselernprozess ihres Kindes genau beobachten und verfolgen: Erste Schwierigkeit können schnell in Leseunlust münden, wenn das Kind die Erfahrung macht, dass es nicht so gut lesen kann wie die anderen, obwohl es sogar länger übt als sie.
Eltern sollten wissen 
| - Im Allgemeinen sollte in der zweiten Klasse die Stufe des stillen Leseverständnissen von altersentsprechenden Texten erreicht sein. Die stille Bedeutungsentnahme ist das Ziel des Lesenlernens.
|  | - Die Lesefähigkeiten am Ende der 4. Grundschulklasse unterscheiden sich nicht wesentlich von denen durchschnittlicher Erwachsene. Nur die Lesegeschwindigkeit und das Verständnis schwierigerer Texte verbessert sich später noch.
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Untersuchungen zeigen, dass der überwiegende Teil der Kinder, die am Ende der 1. Klasse bzw. zu Beginn der 2. Klasse Leseschwierigkeiten zeigen, auch am Ende der 4. Grundschulklasse und auch noch am Ende der Pflichtschulzeit zu den schwächsten Lesern gehören. Die Chancen, solche Leseschwierigkeiten während der Schulzeit zu überwinden, sind offensichtlich recht gering.
Warum liest mein Kind ungern? | | Eltern müssen ihre leseschwachen Kinder ständig zum Lesen anhalten, weil sie es nicht freiwillig tun und keine Lust dazu haben. Wer jedoch kaum liest, der übt seine Lesefähigkeit auch nicht. Ein Teufelskreis: Leseschwache lesen wenig, weil es für sie sehr anstrengend und äußerst frustrierend ist. |
An der geringen Lesegeschwindigkeit leseschwacher Kinder ist z.B. sehr deutlich abzulesen, welche Mühe ihnen das Lesen eines längeren Textes oder gar eines Buches bereiten würde. Leseschwache Kinder lesen nur halb so schnell wie gute Leser. Dies ist in allen Klassenstufen festzustellen. Zusätzlich kommt noch eine hohe Quote an Lesefehlern hinzu. Dies sind die objektiven Gründe, dass das Lesen von leseschwachen Kindern und Jugendlichen als anstrengend erlebt wird und sie einfach ungern lesen.
Anfängliche Leseschwächen nicht verharmlosen  | Eltern und Lehrer sollten sich nicht damit vertrösten, dass "es schon noch kommt" oder dass das Kind eben eine "Spätzünder" sei. Wenn ein ein Kind einfach nicht richtig lesen lernt, obwohl es normal intelligent und belastbar ist, hat das meistens nicht mit mangelnder Übung zu tun. Die individuellen Gründe sind schwer zu entdecken und müssen durch einen Fachmann herausgefunden werden. |
Unter Experten ist bekannt, dass Lesestörungen zu Rechtschreibstörungen führen. Gerade im deutschen Sprachraum sind Lesestörungen, die sich nicht zu Rechtschreibstörungen ausweiten, sehr selten. Gerade in den Grundschulklassen treten Lese- und Rechtschreibstörungen meistens gemeinsam auf. Damit sich Leseschwächen nicht auswachsen, sodass auch der Lernprozess im Rechtschreiben betroffen ist, sollten Leseschwierigkeiten ernst genommen werden und so früh wie möglich abgeklärt werden.
Auf was sollten Eltern im Verlauf der 1. und 2. Klasse achten?  | Für den Leseanfänger ist zunächst die Fähigkeit des Worterkennens für die Leseleistung entscheidend. Mangelnde Sicherheit und Schnelligkeit des Worterkennens behindern das Verständnis auf Wort-, Satz- und Textebene. Das genaue und vollständige Erkennen der Buchstaben und Wörter ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lesen, da dadurch der Leseprozess überhaupt erst ermöglicht wird. |
Manche Kinder scheitern schon zu Beginn des Leselernprozesses: - Sie haben auffällige Probleme, die Buchstaben zu benennen oder zu lautieren.
- Sie können einzelne Buchstaben nicht zu größeren Einheiten zusammenfassen und schaffen es nicht, sie zum Wort zusammenzuziehen.
- Manche schaffen das Zusammenziehen von Einzellauten zum Wort deswegen nicht, weil sie die Einzellaute, die sie gerade entschlüsselt haben, nicht in ihrem "Arbeitsgedächtnis" behalten können.
- Manche scheitern erst bei längeren Wörtern, weil sie am Ende des Wortes vergessen haben, wie der Wortanfang lautete.
- Manche haben selbst bei Wörtern, die häufig in Texten auftauchen, Schwierigkeiten, sie zu erlesen
- Aber auch wenn einzelne Wörter gelesen werden können, weist die Anstrengung, die das Erkennen einzelner Wörter bereitet, darauf hin, dass die Fähigkeit, Wortinformationen über längere Zeit im Gedächtnis zu behalten und weiter zu verarbeiten, einschränkt ist.
- Diese Anstrengung ist oft auch der Grund für das relativ unruhige und unmotivierte Verhalten dieser Kinder.
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