Warum ist Lesen und Schreiben so wichtig? Lesen und Schreiben ist kein Schulfach wie jedes andere, auch wenn sie im Fächerkanon der Schule als ein Fach neben anderen Schulfächern auftauchen. Sie sind die Grundlage für alle anderen Fächer in der Schule. Lesen und Schreiben sind "Kulturtechniken".
Sie sind, nach der gesprochenen Sprache, das elementarste Bildungsgut einer modernen Gesellschaft und Voraussetzung für ein erfolgreiches Lernen im späteren Leben und für eine befriedigende Teilhabe an der Gesellschaft. Die Ansprüche an Lese- und Schreibfähigkeiten unterliegen dem gesellschaftlichen Wandel. In der heutigen "IT-Gesellschaft", also "Informationstechnologie-Gesellschaft" bzw. "Informationsgesellschaft", haben sich die Anforderungen, die die Gesellschaft an Schriftkompetenz stellt, nicht verringert, was landläufig gedacht wird, sondern im Gegenteil deutlich erhöht und qualitativ verändert. Es gibt keinen Arbeitsplatz mehr, wie noch vor einigen Jahren, der ohne computerbasierte Datenverarbeitung, ohne das Lesen von Formularen, Tabellen oder Grafiken auskommt. Kinder, die wir heute nicht auf das Niveau der gesellschaftlich geforderten Schriftkompetenz führen, sind im späteren Berufsleben von einem hohen Erwerbsrisiko bedroht. Eine Lese- und/oder Rechtschreibschwäche bedeutet also nicht nur Rückstände in der Entwicklung der Lese- und Schreibkompetenz, die bei Schulkindern u.a. an der Note im Fach Deutsch ablesen kann. Lese-/Rechtschreibschwächen bedeuten auch, den Anforderungen und Erwartungen, die heutigentags an Schriftkompetenz gestellt werden, nicht zu genügen.
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