gutschrift | diagnose ExpertensystemDr. Ilona LöfflerDer Kern des Auswertungssystems von gutschrift|diagnose ist eín "Expertensystem" (XPS). Als XPS wird eine Klasse von Software-Systemen bezeichnet, die auf der Basis von Expertenwissen zu Lösungen oder Bewertungen bestimmter Problemstellungen gelangen. Beispiele sind System zur Unterstützung medizinischer Diagnosen oder zur Analyse wissenschaftlicher Daten. Bei der computerbasierten Auswertung von gutschrift|diagnose handelt es sich um eín sog. "Expertensystem". Als Expertensysteme (XPS) wird eine Klasse von Software-Systemen bezeichnet, die auf der Basis von Expertenwissen zu Lösungen oder Bewertungen bestimmter Problemstellungen gelangen. Beispiele sind Systeme zur Unterstützung medizinischer Diagnosen oder zur Analyse wissenschaftlicher Daten. Die Forschung im Bereich der Expertensysteme ist ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz (KI). Hierbei ist zu beachten, dass es sich bei "künstlicher Intelligenz" um eine fragwürdige Übersetzung von "artificial intelligence" (AI) handelt, da "intelligence" im Englischen auch die Bedeutung von "Informations- bzw. Nachrichtenverarbeitung" hat. Man kann dies an den Bezeichnungen "FBI" oder "CIA" nachvollziehen, bei denen nicht an erster Stelle die Konnotation an intelligente Organisationen auftaucht. Mit "Expertensystem" ist also nicht der Computer als Experte gefasst, sondern dass er menschliche Expertisen wiedergibt. Nicht der Computer urteilt oder erstellt Diagnosen, sondern er gibt lediglich die Urteile des menschlichen Diagnostikers wieder. Es gibt verschiedene Klassen von Expertensystemen. Der Auswertung von gutschrift|diagnose liegt das sog. regelbasierte System zugrunde. Es handelt sich hierbei um ein wissensbasiertes System, weil aus Einzelfehlern sprachwissenschaftlich fundierte Schlussfolgerungen auf Fehlerquellen, Kompetenzdimensionen und Kompetenzniveaus gezogen werden. Solche Regeln müssen also direkt von menschlichen Experten in das System eingepflegt werden. Systeme, die mittels Entscheidungsbäumen eigenständig zu Lernprozessen in der Lage sind, waren bei der gegebenen Aufgabe, einer fehlerbasierten Kompetenzdiagnostik Rechtschreibung, nicht geeignet. Denn hierbei würde es sich um eine Form des induktiven Lernens auf Basis einer Beispielmenge von Falschschreibungen handeln, die angesichts der Fehlervariationen des Schreibers zu falschen Ergebnissen führen würde, da nicht ausgewertete Einzelfehler selbständig interpretiert würden. Wie vielfältig empirisch erhobene Fehlervarianten sind, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass das Wort "Spaziergangs" von der IGLU-Schülerpopulation in 352 Schreibvarianten verschriftet worden war und wir inzwischen über 556 Fehlervarianten ausgewertet haben. Da regelbasierte Systeme auf Regeln der Art "Wenn A, dann B" basieren, mussten die empirisch vorfindlichen Einzelfehler einzeln ausgewertet werden. Die Leistung des computerbasierten gutschrift|XPS hat folglich keinen anderen Mehrwert als die Optimierung der Auswertungsarbeit, d.h. sie wird schneller und präziser. Auch bei gutschrift|diagnose verbleibt die Verantwortung für die Erstellung der Auswertungen beim menschlichen Experten.
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